Mehrere Woll-Puschel nebeneinander, die einen Farbverlauf bilden.

Paramente

Paramente sind die Visitenkarte einer jeden Kirche.

An zentralem Ort – sie kennzeichnen die wichtigsten Orte des Geschehens im evangelischen Gottesdienst – sind sie Blickfang für den Kirchenbesucher und können einladen und willkommen heißen.

Paramente haben die Aufgabe, in den Charakter der jeweiligen Zeit im Kirchenjahr einzustimmen. Damit helfen sie, optisch das Kirchenjahr zu strukturieren und lebendig werden zu lassen.

Durch ihre Farbigkeit und insbesondere durch ihre Gestaltung können Paramente Träger für religiöse Botschaften sein. Sie können darüber hinaus zeitnaher Kunst im Kirchenraum zu einem legitimen und beachteten Platz verhelfen.

Paramente in allen liturgischen Farben.Von links nach rechts: S. Waldmann-Brun, B. Kammerer, S. Waldmann-Brun, S. Bahlinger, A. Garner

Je offener Paramente in ihrer Aussage gehalten werden können, desto länger werden sie den Betrachter in ihren Bann ziehen und bei jeder Begegnung anders und neu Zwiesprache ermöglichen.

Paramente sollten stets sorgsam in Farbigkeit, Größe und Gestaltung auf den Raum (und auf die Gemeinde) abgestimmt sein. Dazu gehört unbedingt die Beratung vor Ort und das Gespräch mit Vertretern der Gemeinde. Viel Zeit und Geduld sind nötig für Beratung, Entwurfsfindung und schließlich Umsetzung in wertvolle Handarbeit.

Grünes Altarparament in der Ev. Kirche Plieningen,  Württemberg, entworfen von Dr. Sabine Waldmann-Brun, Stuttgart

Violette Paramente

Violette Paramente hängen an allen Festen, die mit Buße und Besinnung zu tun haben, also vorwiegend an Advent, Passion sowie Buß- und Bettag. In der Farbe Violett mischen sich Blau als Farbe Gottes und des Firmamentes sowie Rot, die Farbe des Leids, aber auch der Liebe. Die Farbe violett hat eher einen zurücknehmenden, stillen Charakter und reicht vom blauvioletten bis rotvioletten Spektrum.

Entwurf: Antje Ferrier, Leipzig, umgesetzt in Bildweberei für die ev. Kirche Ulm-Wiblingen

Violettes Altarparament nach dem Entwurf von Antje Ferrier aus Leipzig für die ev. Kirche in Ulm-Wiblingen

Weiße Paramente

Weiße Paramente zeigen die Christusfeste an. Weiß symbolisiert Reinheit. Weiß steht aber auch für die Summe allen Lichtes und ist daher im übertragenen Sinn Sinnbild für die Herrlichkeit Gottes. Insbesondere an Weihnachten und an Ostern werden die weißen Paramente gehängt - weitere Feste, an denen Weiß gehängt wird, entnehmen Sie gerne dem Paramentenkalender auf dieser Homepage.

Entwurf: Michael Klenk, Schwäbisch Hall, umgesetzt in Textilcollage, Maschinen- und Handstickerei für die Michaelskirche in Schwäbisch Hall

Weißes Altarparament nach dem Entwurf von Michael Klenk aus Schwäbisch Hall für die Michaelskirche in Schwäbisch Hall

Grüne Paramente

Die Zeiten im Kirchenjahr, die keinen besonderen Festen gewidmet sind, werden mit Grün gekennzeichnet: Zeit für das Wachsen und Reifen. Grüne Paramente hängen etwa das halbe Jahr über und sind somit, obwohl für die “festlosen Zeiten” gedacht, die präsentesten Textilien im Kirchenjahr an Altar und/oder Kanzel.

Entwurf: Dr. Sabine Waldmann-Brun, Stuttgart, umgesetzt in freie Handstickerei für die ev. Kirche in Tettnang

Grünes Altarparament nach dem Entwurf von Dr. Sabine Waldmann-Brun, Stuttgart, für die evang. Kirche in Tettnang

Rote Paramente

Rote Paramente werden zu all den Anlässen gedeckt, in denen es um das Wirken des Heiligen Geistes geht, also an Pfingsten, zur Konfirmation, Reformation, Investitur und an Gemeindefesten. Auch an Märtyrerfesten, sofern sie ausdrücklich als solche in der Gemeinde begangen werden, wird Rot gehängt, z.B. am Stephanustag, dem 2. Weihnachtsfeiertag.

Entwurf: Michael Klenk, Schwäbisch Hall, umgesetzt in Stoffmalerei, Textilcollage und Handstickerei für die Michaelskirche in Schwäbisch Hall

Rotes Altarparament nach dem Entwurf von Michael Klenk aus Schwäbisch Hall für die Michaelskirche in Schwäbisch Hall